Gewerbegas: Das vergessene Sparpotenzial in Küche, Backstube und Heizung

Beim Thema Energiekosten denken die meisten Betriebe zuerst an Strom. Der Gasvertrag läuft dagegen oft jahrelang unverändert weiter. Für Gastronomie, Bäckereien, Hotels und alle Betriebe mit Gasheizung ist das ein teures Versäumnis.
Woraus sich der Gaspreis zusammensetzt
- Energiepreis: Einkauf und Vertrieb des Versorgers, der Teil, der im Wettbewerb steht
- Netzentgelte und Messung: regional unterschiedlich, vom Netzbetreiber festgelegt
- Energiesteuer: für Erdgas zum Heizen 0,55 ct/kWh
- CO2-Preis: 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne CO2. Das macht netto rund 1,1 bis 1,3 ct pro kWh aus.
- Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer
Neu seit 2026: keine Gasspeicherumlage mehr
Die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Ein schneller Check lohnt sich: Taucht sie auf Ihrer Rechnung für 2026 noch auf, sollten Sie beim Versorger nachfragen.
Warum Gasverträge oft zu teuer sind
Viele Betriebe haben ihren Gasvertrag in der Hochpreisphase der letzten Jahre abgeschlossen oder verlängert. Andere sind nie aus dem ursprünglichen Tarif gewechselt. In beiden Fällen lohnt ein Vergleich mit aktuellen Angeboten. Wichtig dabei: Rechnen Sie immer mit Ihrem echten Jahresverbrauch in kWh. Auf der Rechnung wird der Zählerstand in Kubikmetern über Brennwert und Zustandszahl in Kilowattstunden umgerechnet.
Wo Gas im Betrieb steckt
- Küche und Gastronomie: Herde, Kombidämpfer, Fritteusen
- Backstube: Etagen- und Stikkenöfen, oft der größte Einzelverbraucher
- Heizung und Warmwasser: in fast jedem Betrieb
- Prozesswärme: Trocknung, Reinigung, Produktion
Strom und Gas gemeinsam ausschreiben
Wer Strom und Gas bezieht, sollte beides zusammen anfragen. Versorger kalkulieren für Kunden mit beiden Energieträgern oft bessere Konditionen. Und Sie haben einen Ansprechpartner, einheitliche Fristen und weniger Verwaltungsaufwand. Betriebe mit sehr hohem Verbrauch, ab 1,5 Millionen kWh oder 500 kW Leistung, werden beim Gas zudem viertelstündlich gemessen. Dann gelten ähnliche Regeln wie beim Strom, siehe SLP oder RLM.
Schnelle Verbrauchs-Tipps
- Heizungsanlage jährlich warten und hydraulisch abgleichen lassen
- Vorlauftemperatur und Nachtabsenkung prüfen
- Geräte in der Küche nur bei Bedarf vorheizen, Deckel und Türen geschlossen halten
- Warmwassertemperatur an den Bedarf anpassen, dabei Hygienevorgaben beachten
Fazit
Gas ist oft der vergessene Teil der Energiekosten und gerade deshalb ein dankbarer Sparhebel. Schicken Sie uns Ihre letzte Gasabrechnung, wir vergleichen kostenlos. Zum unverbindlichen Angebot.