Grundversorgung und Ersatzversorgung: Warum Betriebe dort fast immer zu viel zahlen

Viele Betriebe zahlen für Strom oder Gas den Tarif des örtlichen Grundversorgers, ohne es zu wissen. Meist ist das der teuerste Weg, Energie zu beziehen. Die gute Nachricht: Der Ausstieg ist einfach.
Grundversorgung: für kleine Betriebe
Die Grundversorgung ist für Haushaltskunden gedacht. Dazu zählen auch Betriebe, die für berufliche oder gewerbliche Zwecke bis zu 10.000 kWh im Jahr verbrauchen, etwa kleine Büros, Praxen oder Ladenlokale. Wer nie aktiv einen Vertrag abgeschlossen hat, landet automatisch hier. Der Grundversorgungstarif ist flexibel und schnell kündbar, aber in aller Regel deutlich teurer als ein Sondervertrag.
Ersatzversorgung: die teure Übergangslösung
Größere Betriebe haben keinen Anspruch auf Grundversorgung. Wenn kein Liefervertrag besteht, rutschen sie in die Ersatzversorgung. Das passiert häufiger, als man denkt:
- Der bisherige Vertrag ist ausgelaufen und niemand hat sich gekümmert
- Ein neuer Standort wurde bezogen, ohne einen Vertrag abzuschließen
- Der bisherige Versorger hat die Belieferung eingestellt oder ist insolvent
Die Ersatzversorgung sichert, dass der Strom weiterfließt. Für Betriebe außerhalb der Haushaltskunden-Grenze ist sie aber auf höchstens drei Monate begrenzt, und die Preise dafür liegen oft spürbar über normalen Gewerbetarifen.
So erkennen Sie es auf der Rechnung
Achten Sie auf Begriffe wie „Grundversorgung“, „Ersatzversorgung“, „Allgemeiner Tarif“ oder „Grundversorgungstarif“. Ein weiterer Hinweis: Auf der Rechnung steht kein Vertragsende und keine feste Laufzeit. Im Zweifel genügt ein Blick in die letzte Jahresabrechnung oder ein kurzer Anruf beim Versorger.
So kommen Sie heraus
- Letzte Jahresabrechnung heraussuchen, sie enthält Verbrauch, Zählernummer und Lieferstelle.
- Angebote für einen Sondervertrag einholen, für Strom und gegebenenfalls Gas gemeinsam.
- Den neuen Vertrag abschließen. Der neue Versorger meldet die Belieferung an und kümmert sich um den Wechsel.
Die Grundversorgung können Sie mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Die Ersatzversorgung endet automatisch, sobald der neue Versorger liefert. Eine Unterbrechung der Versorgung gibt es dabei nicht.
Wie viel steckt darin?
Wie groß der Unterschied ist, hängt von Netzgebiet, Verbrauch und aktuellem Marktpreis ab. Bei Betrieben, die seit Jahren in der Grundversorgung sind, ist der Wechsel aber erfahrungsgemäß der größte einzelne Sparhebel, den es ohne Investition gibt. Warum Sie dabei die Jahreskosten und nicht nur den Cent-Preis vergleichen sollten, erklären wir in Gewerbestrom vergleichen.
Fazit
Grund- und Ersatzversorgung sind Sicherheitsnetze, keine Dauerlösung. Wenn Sie unsicher sind, in welchem Tarif Sie gerade stecken, prüfen wir das kostenlos anhand Ihrer Rechnung. Jetzt unverbindliches Angebot anfordern.