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Gewerbestrom vergleichen: Worauf Betriebe 2026 wirklich achten müssen

3 Min. Lesezeit
Gewerbestrom vergleichen: Worauf Betriebe 2026 wirklich achten müssen

Wer Gewerbestrom vergleicht, schaut meistens zuerst auf den Arbeitspreis. Das ist verständlich, aber zu kurz gedacht. Ob ein Angebot für Ihren Betrieb wirklich günstig ist, entscheidet sich an fünf Stellen. Wer sie kennt, vermeidet die typischen Fehler und spart oft deutlich mehr als ein paar Zehntel Cent.

1. Jahreskosten vergleichen, nicht den Cent-Preis

Ein Stromtarif besteht aus dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einem Grundpreis pro Monat. Erst beides zusammen ergibt Ihre Jahreskosten. Ein Rechenbeispiel mit zwei Angeboten:

  • Angebot A: 24,9 ct/kWh und 15 € Grundpreis im Monat
  • Angebot B: 24,2 ct/kWh und 39 € Grundpreis im Monat

Bei 60.000 kWh im Jahr kostet Angebot A rund 15.120 €, Angebot B rund 14.990 €. B ist günstiger. Bei 15.000 kWh dreht sich das Bild: A kostet dann rund 3.915 €, B rund 4.100 €. Welches Angebot besser ist, hängt also direkt von Ihrem Verbrauch ab. Vergleichen Sie deshalb immer die Jahreskosten für Ihren tatsächlichen Verbrauch.

2. Was die Preisgarantie wirklich abdeckt

„Preisgarantie“ klingt eindeutig, ist es aber nicht. Viele Angebote garantieren nur den Energiepreis, also Beschaffung und Vertrieb. Netzentgelte, Umlagen und Steuern werden dagegen weitergegeben, wenn sie sich ändern. Das kann in beide Richtungen wirken: 2026 wurden zum Beispiel die Übertragungsnetzentgelte einmalig gesenkt. Ob Sie davon profitieren, hängt davon ab, wie Ihr Vertrag Netzentgelte behandelt. Fragen Sie deshalb immer nach, welche Preisbestandteile fest sind und welche nicht.

3. Laufzeit und Kündigungsfrist

Gewerbeverträge laufen meist 12, 24 oder 36 Monate und verlängern sich danach oft automatisch. Die Regel, dass ein verlängerter Vertrag monatlich kündbar ist, gilt nur für Verbraucher, nicht für Betriebe. Wer die Frist verpasst, bleibt häufig ein weiteres Jahr zu den alten Konditionen gebunden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Energievertrag kündigen als Unternehmen.

4. Boni nicht überbewerten

Neukundenboni lassen ein Angebot im ersten Jahr günstig aussehen. Ab dem zweiten Jahr zahlen Sie dann den regulären Preis, der nicht selten höher liegt. Rechnen Sie deshalb über die gesamte Laufzeit und ohne Bonus. Ein Angebot, das ohne Bonus günstig ist, ist meistens die bessere Wahl.

5. Messart und Verbrauchsprofil

Ab 100.000 kWh im Jahr wird Ihr Stromverbrauch in der Regel viertelstündlich gemessen. Dann gelten andere Preisbestandteile, vor allem ein Leistungspreis für Ihre höchste Lastspitze. Standardtarife aus Vergleichsrechnern passen hier oft nicht mehr. Den Unterschied erklären wir ausführlich in SLP oder RLM? Der Unterschied, der tausende Euro kostet.

Checkliste für Ihren Vergleich

  • Jahresverbrauch der letzten Abrechnung als Grundlage nehmen
  • Jahreskosten inklusive Grundpreis vergleichen, nicht nur den Arbeitspreis
  • Prüfen, welche Preisbestandteile die Preisgarantie abdeckt
  • Laufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung notieren
  • Angebote ohne Neukundenbonus gegenüberstellen
  • Bei mehr als 100.000 kWh: Angebot auf Basis des echten Lastgangs anfordern
  • Strom und Gas gemeinsam anfragen, wenn Sie beides beziehen

Fazit

Ein guter Vergleich dauert keine Stunden, aber er braucht die richtigen Fragen. Wenn Sie das nicht selbst übernehmen möchten: Wir holen Angebote von über 150 Versorgern ein und zeigen Ihnen pro Option eine klare Zahl, Ihre Jahreskosten. Fordern Sie Ihr unverbindliches Angebot an.

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