Viele Mittelständler wünschen sich einen einfachen Festpreis für mehrere Jahre. Doch der Energiemarkt hat sich strukturell verändert – mit Folgen für die Einkaufsstrategie.
Wie hat sich der Markt verändert?
Bis etwa 2010 waren Energiepreise relativ stabil. Seitdem hat sich das grundlegend verändert. Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien sorgt für starke Preisschwankungen im Stundentakt. Gleichzeitig sind geopolitische Ereignisse – von der Gaskrise 2022 bis zum Iran-Konflikt 2026 – zu einem festen Bestandteil der Marktentwicklung geworden.
Warum ist der Festpreis heute oft teurer?
Lieferanten, die einen Festpreis für drei oder mehr Jahre anbieten, müssen das Marktrisiko einpreisen. Je größer die Unsicherheit, desto höher die Risikoprämie. Wer 2026 einen Dreijahresfestpreis abschließt, zahlt diese Prämie – oft ohne es zu merken. Im Vergleich zu einem gut getimten Einjahresvertrag oder einem flexiblen Beschaffungsmix kann das mehrere tausend Euro pro Jahr ausmachen.
Was ist die Alternative?
Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe empfiehlt sich ein jährlicher Preisvergleich mit Abschluss eines Einjahresvertrags. Das gibt Planungssicherheit für zwölf Monate – ohne die Risikoprämie für längere Laufzeiten zu bezahlen. Größere Betriebe können vom Tranchen-Modell oder einer strukturierten Beschaffung profitieren.